Gleich am Ortseingang von Horbach – von Langenzenn kommend – befindet sich das Gewerbegebiet

„Am Galgenberg“. Woher stammt diese Bezeichnung? Um ca. 1386 wurde das Halsgericht (zuständig für Verhöre bei Mord, Brandstiftung, Diebstahl sowie Vollzug der Todesurteile) von Cadolzburg nach Langenzenn verlegt.Das Halsgericht führte die Beweisaufnahme bzw. das Verhör durch und legte das Urteil zur „gnädigsten Genehmigung“der fürstlichen Regierung von Ansbach vor.

Erst danach wurde das Urteil vollstreckt. Wurde nun der Gerichtete vom „Leben zum Tode“ verurteilt, so hatte der Blutsrichter dem „armen Sünder“ das Urteil zu verkünden und „selbigen zu einer seeligen Endes Bereitung zu erinnern“. Das Gefängnis bzw. „arme Sünder Stüblein“ war im Keller des Rathauses untergebracht. Die Richtstätte befand sich links vom Wege nach Horbach, auf dem nach dem hier stehenden Galgen benannten „Galgenberg“. Der Pranger stand neben dem Rathaus. Das Halseisen, mit dem die Bestraften befestigt wurden, ist auch jetzt am Rathaus zu sehen. Die älteste handschriftliche erhaltene Halsgerichtsordnung stammt aus dem Jahre 1413. Die Tätigkeit der Halsgerichte wurde durch die „Brandenburgisch-peinliche Halsgerichts-ordnung von 1516“ genauer geregelt. Diese Ordnung ist mit den Ergänzungen und Angleichungen an die „kaiserliche Gerichtsordnung“ bis Ende des 18. Jahrhunderts gültig geblieben und auch im Druck erschienen. Nach dieser Gerichtsordnung wurden, wenn keine mildernden Umstände geltend gemacht werden konnten, folgende Delikte mit dem Tode bestraft: Gotteslästerung, Ketzerei, Zaubern (Hexerei), Münzfälscherei, Todschlag oder vorsätzlicher Mord, Diebstahl, Ehebruch Unzucht und Notzucht, Entführung von Jungfrauen, Giftmischerei, Kindsmord Aufruhr u.a.Die Hinrichtung erfolgte durch Feuer, Schwert, Vierteilung, Rädern, Hängen, lebendiges Begraben und Schleifen.Das Blutgericht wurde 1797 aufgehoben. 1814 wurde der 1771 neuerrichtete Galgen niedergerissen und versteigert. Nach den Ermittlungen von Pfarrer Hiller sind in der Zeit von 1569 bis 1763 40 Personen hingerichtet worden. 16 wurden gehenkt, 14 geköpft, 8 verbrannt, 1 gerädert, 1 erschossen. Die letzte Hinrichtung erfolgte in Langenzenn/Horbach im Jahre 1763.

Quelle: Buch: Langenzenn, vom Königshof zur Gewerbe- und IndustriestadtMichael Kroner, Stadt Langenzenn 1988

Von: DJWA